Wer pflanzt schon Barbiepuppen in Blumentöpfe?

Plastisches Arbeiten mit Materialien wie Ton, Beton und Alltagsgegenständen. Vom experimentellen Formenspiel zur Eroberung des Raumes

Zielgruppe: Lehrer/innen, die in der Eingangsstufe von Grundschulen unterrichten, sowie Erzieher/innen an Kindergärten und Kindertagesstätten

Leitung: Susanne Wadle, freischaffende Künstlerin, Landau

 

Lehrgang 922070

18.09. - 20.09.2017

Montag - Mittwoch

Ziele

Die Teilnehmer/innen erwerben und wenden Kenntnisse an
• über Verfahren zur Herstellung plastischer und zweidimensionaler Objekte
• über Präsentation und Inszenierung von Kunstwerken
• über Initialisierung von künstlerischen Prozessen im pädagogischen Alltag

Programm

Inspiriert vom Garten als Ort des Rückzugs für Menschen, Tiere und Pflanzen, werden wir einen surrealen fantastischen künstlerischen Garten entwickeln. Wir verwandeln Naturmaterialien, wie Kopfweideruten, Weinreben und flexiblen Bambus, durch Schneiden, Biegen, Flechten und Kaschieren in Kunstpflanzen, mit den unterschiedlichsten Blatt- und Blütenformen oder lassen sie zu archaisch anmutenden Flugobjekten werden. Werkstoffe, die wir aus der Arte Povera (ital. arme Kunst) kennen, wie Spelz und Stroh und Heu, werden formgebend in selbstgemachte oder gefundene textile Hüllen aus flexiblen Stoffen eingebracht und bilden die Grundlage zu erzählerischen rätselhaften Soft Sculptures, die naturgemäß mit ihren haptischen und sensuellen Qualitäten zum Berühren, Erforschen und Spielen einladen. Durch das Modellieren mit Ton und Lehm und das Plastizieren mit Gips und Beton (ausgießen und abformen – subtraktive und additive Verfahren) darf sich auf vielfältige Weise die Fauna des Gartens entwickeln. Das Gestalten der Oberflächen beim Modellieren sowie die Annäherung an die richtigen Proportionen, bieten Raum für kreative Auseinandersetzung und kollegialen Austausch. Das Kennenlernen der Werkstoffe, ihrer spezifischen Eigenschaften und Möglichkeiten steht dabei im Vordergrund. Vermeintlich wertlose mitgebrachte Fundstücke und Recyclingmaterialien betrachten wir in Hinblick auf ihre Formqualitäten und leiten durch Montage und Neukombination eine Transformation ein, die erfahrungsgemäß in überraschende künstlerische Ergebnisse mündet. Veränderung der Größenverhältnisse sowie Form und Farbe erscheint bisher Vertrautes in neuem Licht und beflügelt die Fantasie. Der Garten versteht sich als lebendiges Baukastensystem aus Objekten, Skulpturen, Bildern und künstlerischen perfomativen Handlungen, dessen Bestandteile immer wieder neu kombiniert und erweitert werden können, sodass bei jeder neuen Präsentation (z. B. in Zusammenhang mit einem szenischen Spiel, Musik oder Tanz) andere Ansichten und auch Interpretationen möglich werden.

 

Hinweis

Bitte bringen Sie Folgendes mit: Atelierkleidung und Schuhe und eine Yogamatte/Decke. Digitalkamera (Smartphone), Zeichenmaterial und ein Skizzenheft (carnet de voyage). Bitte sammeln Sie Verpackungen, Textilien, alte Gebrauchsgegenstände, usw. Wenn vorhanden bringen Sie eine Nähmaschine mit.