14.06.2017

"17 JAHRE - 17+X KÜNSTLER"

 Dauer der Ausstellung: 23. Juni bis 15. September 2017


Die Ausstellungseröffnung war Teil der Verabschiedung von der Direktorin der Akademie, Ingrid Merkel, die Ende Juli nach 17 Jahren die Akademie verlassen wird.

Ausgestellt werden Arbeiten von Künstlern, die in den vergangenen 17 Jahren zur Akademie enge persönliche Beziehungen entwickelt haben, sie als Refugium und Ort der Inspiration für ihre künstlerische Arbeit nutzten und hier in Kontakt, Austausch, Lern- bzw. Erfahrungsprozesse im weitesten Sinne des Wortes mit anderen künstlerisch Tätigen in vielen Kursen getreten sind. Mitwirken werden

Ursula Ploghöft: Den Blickwinkel richtet sie in ihren Exponaten auf die Verletzlichkeit des Menschen. Ihre malerisch-grafischen Arbeiten zeigen das Leben als fühlbare Ambivalenz zwischen körperhafter Präsenz und verflüchtigender Ausführung im subtilen Zustand beständiger Wandlung.

Ingrid Ott: „Meine künstlerische Arbeit ist Wahrnehmung, Reflexion, Umsetzung und Integration." Sie arbeitet mit Gesteinsmehlen, Pigmenten, Bienenwachssalbe, Japan- und Seidenpapieren, Pflanzenfragmenten auf Leinwand und handgeschöpftem Bütten. In vielen Malschichten, die an Häute erinnern, entsteht ein tiefgründiger Malkörper.

Anne-Bärbel Ottenschläger: „Der Prozess des Malens ist für mich ein Weg, die Spuren dieses Weges - Überlagerungen, Abdeckungen, Pastoses und Strukturales gestalten das bildnerische Endprodukt."

Heidrun Dautner: Gefühle nicht zu illustrieren, sondern auszudrücken, spontan und unvermittelt, sich also selbst auszudrücken und malerische Zeichen hierfür zu finden, ist das leidenschaftliche Bemühen von Heidrun Dautner. Poesie erzielt sie in ihren Bildern durch die Rhythmisierung des Bildraums, durch das Zusammenmalen von grafischer Struktur und farbiger Form. Was auf ihren Bildern Bewegung ist, kommt von ihr selbst, aus ihrer Gestik, aus ihrem Körper, der auch das Maß ihrer Bilder bestimmt.

Christel Otto: Sie zeigt Bilder, die eine Poesie der Materie, von Texturen und Topographien in harmonischer Spannung zwischen Materialeinsatz und konzentrierter Formfindung entfalten. Die ausgewählten Werke von Christel Otto zeugen von der Auseinandersetzung mit den Grundphänomenen der Malerei; den Fleck, die Linie, das Räumliche, das Plastische, das Stoffliche und deren Integration in den Farbraum. Auf sie trifft zu, was Anselm Kiefer punktgenau formulierte: Die Kunst ist am wirkungsvollsten, wenn sie ohne jeden anderen Zweck als dem Ausdrucksbegehren des Künstlers entsteht.

Die Inspiration zu ihrer Malerei bezieht Helga Essert-Lehn aus Reisen. Fremde Länder und die Schönheiten ihrer Natur faszinieren sie ebenso wie architektonische Motive. Dabei spielt in ihrer Malerei die Farbgebung in der künstlerischen Umsetzung eine große Rolle. Die Interpretation bleibe bei vielen ihrer Werke dem Betrachter selbst überlassen.

Christine Bauer: Die Werke der Künstlerin sind gefügter Ausdruck einer artistischen Freiheit im Umgang mit vornehmlich rein malerischen Mitteln, ihren Ausdrucksqualitäten und -wirkungen, die, wie die Künstlerin sagt, expressiv, poetisch, empfindsam, sakral, mystisch unterschiedliche Stimmungen einfangen und erzeugen.

Sandro Vadim: Farbe nimmt im Ouevre des Künstlers eine monopolistische Stellung ein; sein ausschließliches Mittel ist ein höchst differenzierbares Medium, mit dem er nahezu monochrome Farblandschaften durch einen Farbauftrag in überlagernden Schichten auf die Fläche zaubert.

Heide Leciejewski: Das Hemd ist seit Jahren Thema ihrer künstlerischen Arbeit. „Das Hemd begleitet uns ins Leben und wir verlassen diese Welt im Hemd um wieder zur Natur zurück zu kehren." Die Sinnbilder der Künstlerin haben ihren Wirkungsort an der sensuellen Oberfläche, an der sich die äußere und die innere Welt, die Wahrnehmung und die Bedeutung, erst differenzieren

Ro Beiter: Die Designerin und Künstlerin verschreibt sich gänzlich dem Gegenstand, der in ihrer aktuellen Aufmerksamkeit steht und den sie in allen Facetten und künstlerischen Genres kreativ bearbeitet. Neben zweidimensionalen Serien arbeitet sie stets auch skulptural, installativ. Hier zu sehen sind „Bonbons" im Raum, anregend für Besprechungen.

Susanne Wadle: Die Künstlerin, die seit 17 Jahren Kinder und Jugendliche unter dem Expeditionstitel „Die Reise geht weiter nach..." fasziniert , ist künstlerisch mit 8 Lichtskulpturen aus Weiden, Draht und Baumwolle unter dem Magnolienbaum vor dem Schloss vertreten. Titel: Lichtfänger 1- 8

Rainer Braxmaier: Der Schuhmacher-Schüler, Lehrer, Kunstkritiker mit journalistischer Ausbildung, Stipendiat an der Cité des Arts Paris, Regio Preisträger ist ein beständiger Erinnerer an die lange Tradition des Informell, wie sie so signifikant für den südwestdeutschen Raum gewesen ist. „In meiner Arbeit lote ich die Grenze zwischen Abbild und freier Form mit den Mitteln von Zeichnung, Malerei und Texten aus."

Manfred Schlindwein: Er ist ein mit aller Ausschließlichkeit dem Holzschnitt verschriebener Künstler. Die Arbeit am Holzschnitt zwingt zur Reduktion und Verdichtung der Form auf ihren zeichenhaften Kern. Einfachheit und Bestimmtheit sind für diese Arbeit unbedingt erforderlich. Ein große Portion Humor dazu beschert dem Künstler eine große Anhängerschaft über mehr als ein Jahrzehnt.

Mick Starke: Kaum eine Kunst braucht einen so langen und überlegten Entstehungsprozess wie seine. Dabei ist ihr Erscheinungsbild, ihr erster Anblick gewissermaßen, ein anderer. Mick Starke orientiert sich an der sichtbaren Welt und dabei wiederum an einem recht klar definierten Motivfundus, den er oft in Reisen sammelt und ihn zu seinen eigenen Bildern anregen. Mick Starkes Bilder haben enorme koloristische Qualitäten, häufig verbunden mit einer ganz eigenen, nur angedeuteten ornamentalen Linearität.

Wolfgang Müller: Blutrote Werke verkörpern Passion und Melancholie im Werk von Wolfgang Müller. Er, der das Rot so kostbar mit einem eigens gemischten Pigment zelebriert, lotet seit vielen Jahren die formalen wie stimmungshaften Möglichkeiten dieser viel strapazierten Farbe aus. Bilder, die rot sind, immer und immer wieder, mal wolkig, mal opal, mal pudrig, mal rau, mal glatt glänzend, mal matt, scheinbar tiefer oder flacher, verspielter oder gesetzt, immer höchst verletzlich.

Hans Peter Münch: Er ist ein Künstler von nationalem Rang. Die Kriterien seines Schaffens entwickelt er in starkem Maße aus der italienischen Maltradition und dem französischen Colorismus. Seine Werke sind erfüllt vom Licht des Südens. Der Künstler entwickelt seine Malerei mit einem sicheren Gespür für die Sinnlichkeit der Farbe. Ihre vielgestaltigen Beziehungen zu Licht und Raum sind immerwährendes Thema seiner Malerei, das der Künstler mit leidenschaftlicher Konsequenz erforscht.

Ulrike Schräder: Die Keramikerin und Künstlerin arbeitet seit 1984 mit dem Material Ton. Sie führt geradezu einen Dialog mit Ton. „Das Glatte ist vorbei, sagt sie... und arbeitet mit Brüchen, Aufbrüchen und dem Porösen der Oberfläche. So wie der Ton geologisch zur Haut der Erde gehört, so ist auch der Ton ihrer figürlichen Plastiken, d.h. deren Haut gefurcht, vernarbt, inneren und äußeren Kräften ausgesetzt. Fragile malerische Kompositionen, die sie auch in der Ausstellung präsentiert, sind mit der Technik der Enkaustik entstanden, die das zentrale Motiv Mensch zu einer metaphorischen Bildsprache und formalen Homogenität verbindet.

Lydia Oermann: Die Künstlerin beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Technik des Siebdrucks als künstlerischem Druckverfahren, mit Fotografie und Installation. Schwerpunktmäßig mit der Technik der Serigrafie arbeitend, verwendet sie diese Technik jedoch nicht zur Herstellung von Auflagen oder Serien, sondern setzt sie vielmehr höchst individuell auf unterschiedlichen Materialien ein, wie Leinwand, Glas, Acrylglas und PVC.

Mark Krause: Der persönliche Pinselduktus als performative Emotionsspur, so könnte man die Gemälde als Ergebnis der Livemalerei von Mark Krause überschreiben. Der Künstler, der sich seit 2003 mit Livemalerei beschäftigt, offenbart schonungslos den ergebnisoffenen künstlerischen Prozess. In diesen Performances kulminiert das Malen im Jetzt.

Impressionen der Ausstellungseröffnung: